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Obwohl sich Devisen nicht als erste Wahl für kurzfristige Geschäfte anbieten, gibt es Händler, die Intraday-Strategien auf dieses Instrument anwenden möchten. Die Herangehensweise hängt in erster Linie davon, als welcher Händlertyp Sie sich sehen.

Langfristiges Handeln wird im Allgemeinen mit besserem Risikomanagement in Verbindung gebracht, da eine Position länger gehalten werden kann und Zeiträume extremer Volatilität auf lange Sicht gesehen keinen Einfluss ausüben. Allerdings sind langfristige Investments für manche Händler weniger attraktiv, da dabei größere Anlagebeträge erforderlich sind und man Wochen oder gar Monate auf das Ergebnis warten muss.

Daytrading mit Devisen kann trotz des höheren Risikos eine Möglichkeit sein, kleine Resultate zu akkumulieren und Erträge zu erzielen, die mit denen aus langfristigen Geschäften vergleichbar sind. Falls Ihnen das Daytrading noch unbekannt ist, verweisen wir auf unseren ausführlichen Beitrag zum Daytrading hier.

In diesem Artikel betrachten wir die 3 wichtigsten Schritte beim Daytrading von Währungspaaren.

1. Entscheidung für eine Daytrading-Strategie

Die Entscheidung für eine Strategie beinhaltet, sich ein Regelwerk zusammenzustellen, das während des Handelns streng befolgt wird. Diese Liste kann die Handelsbedingungen, den Anlagebetrag, den Hebel, Analyseinstrumente wie Indikatoren und grafische Werkzeuge sowie neue Quellen für die fundamentale Analyse beinhalten — grundsätzlich alle Einzelheiten, die ein Händler vor dem Eröffnen von Geschäften bedenken sollte. Der Devisenhandel unterscheidet sich vom Handeln mit beispielsweise Aktien, da sich der Händler gewöhnlich mit einer höheren Volatilität im Chart auseinandersetzen muss. 

Welche Ansätze funktionieren für das Daytrading mit Devisen? Natürlich gibt es keine Lösung, die zu einer 100-prozentigen Erfolgsquote führt. Ganz gleich, ob Scalping, Umkehr- oder Breakout-Strategie, ist es wichtig, jede Handelsstrategie bezüglich der Risiko-Ertrag- und Gewinn-Verlust-Verhältnisse zu analysieren. Dafür kann es nützlich sein, ein Handelsjournal aller Geschäfte zu führen, die Ergebnisse zu vergleichen, Schlüsse zu ziehen und die Methode anzupassen, falls notwendig.

2. Sorgfältige Auswahl der Vermögenswerte

Manche Händler wählen sich ihre Vermögenswerte aus und passen ihren Handelsansatz entsprechend an, anderen entscheiden sich für ihre bevorzugte Handelsmethode und suchen nach Vermögenswerten, die am besten dazu passen. Aber unabhängig von der Reihenfolge der Auswahl ist die Entscheidung, welche Währungspaare Sie handeln, die halbe Miete. Aber wie wählt man ein Devisenpaar aus?

Folgende wichtige Faktoren sollten dabei berücksichtigt werden:

  • Der Zeitpunkt der höchsten Aktivität. Jede Währung korrespondiert mit einem bestimmten Handelsmarkt — Asien, Europa, Amerika (lesen Sie hier mehr zum besten Zeitpunkt für den Handel). Die Zeiten, zu denen Nachrichten veröffentlicht werden, die den Kurs eines Währungspaares beeinflussen, sind die Zeiten der höchsten Volatilität des Paares. Die Kenntnis der Handelssessions ist extrem wichtig, vor allem, wenn Sie nur zeitweise tagsüber handeln können.
  • Die Volatilität des Vermögenswertes. Höhere Volatilität bedeutet mehr Möglichkeiten, Gewinne zu erzielen, aber auch mehr Risiko. Eine Bewertung der Handelsbedingungen des Vermögenswertes kann Ihnen ermöglichen, Ihre Handelswerkzeuge entsprechend zu justieren.
  • Die Handelsgebühren und Spreads. Die Prüfung der Kosten eines Geschäfts und der Spreads ist ein weiterer Entscheidungsfaktor bei der Auswahl der Währungspaare. Ein Vorteil des Daytradings ist, dass keine Übernacht-Gebühren anfallen, dennoch werden die Spreads den Ertrag der Geschäfte beeinflussen.

3. Das Risikomanagement

Die dritte Säule jedes Daytrading-Ansatzes beinhaltet das Mittelmanagement und die Absicherung. Es ist wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein, die mit dem kurzfristigen Handel verbunden sind, und Fehler, die möglicherweise begangen werden, zu vermeiden. Solche Fehler sind beispielsweise:

  • Das Halten einer verlustträchtigen Devisenposition in der Hoffnung für einen Umschwung. In vielen Fällen sind Händler, die eine Position mit einer konkreten Vorhersage eröffnen, nicht bereit, diese mit minimalen Verlusten zu schließen und halten sie wider besseres Wissen geöffnet. Dies führt leider häufig zu noch größeren Verlusten, die nur schwer oder gar nicht kurzfristig zu kompensieren sind. Deshalb ist es besonders wichtig, Stop-Loss- und Take-Profit-Niveaus für jedes Geschäft zu setzen, um das gesamte Kapital besser zu verwalten.
  • Mehr als 1-3 % des Gesamtkapitals riskieren. Beim langfristigen Handeln haben große Investments ihre Berechtigung. Kurzfristige Geschäfte sind aber generell riskanter, deshalb ist das Investieren großer Beträge (oder sogar des gesamten Kapitals, wie es viele Händler tun) unvernünftig.
  • Das Ignorieren von technischer und fundamentaler Analyse. In der Hitze des Geschehens vernachlässigen Händler oft ihren ursprünglichen Plan und beginnen, Wunschresultate zu verfolgen, statt den Markt zu analysieren, was unweigerlich zu Verlusten führt.
  • Das Eröffnen von Devisengeschäften vor Neuigkeiten aus der Wirtschaft. Natürlich spielen Zeitpunkte hoher Volatilität eine große Rolle beim Daytrading, aber sich schon zu festzulegen, bevor die Nachricht erscheint, kann gefährlich sein, da das Ergebnis im Gegensatz zu den Erwartungen ausfallen kann. Eine Möglichkeit besteht darin, verzögerte Aufträge zu erstellen, die besseres Risikomanagement ermöglichen, aber ein Händler muss trotzdem seine Schritte im Voraus bedenken.

Fazit

Daytrading mit Devisen kann eine Möglichkeit für erfahrene Händler darstellen, die ihre Herangehensweise bedenken, ihre Emotionen kontrollieren und entsprechende Techniken des Risikomanagements anwenden können. Wie jede andere Methode, die höhere Erträge verspricht, muss Daytrading sorgfältig und idealerweise erst nach ausreichend Übung im Testkonto ausgeführt werden.

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