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Die goldene Regel für die Zusammenstellung

Wenn es darum geht, verschiedene Indikatoren miteinander zu kombinieren, gibt es einen Grundsatz: nicht übertreiben.
Die Anwendung mehrerer Indikatoren auf ein Kursdiagramm führt nicht zu besseren Ergebnissen. Dies kann Sie eher verwirren und zu falschen Signalen bzw. Signalbestätigungen führen.

Bevor Sie Indikatoren kombinieren, ist es wichtig, den Unterschied zwischen ihnen zu verstehen. Alle Indikatoren können in bestimmte Kategorien unterteilt werden:

1) Trendindikatoren. Trendfolgende Indikatoren glätten den Kurs und folgen der Trendlinie auf dem Kursdiagramm. Sie basieren auf der vergangenen Entwicklung des Vermögenswertes und zeigen den Kurstrend und dessen Stärke an. Diese Indikatoren werden normalerweise auf der Kurslinie platziert.

2) Momentumindikatoren (Oszillatoren).Diese Indikatoren sind auf die Bestimmung von Überkauft- und Überverkauft-Niveaus ausgerichtet und lassen sich gut für das Auffinden von Kursumkehrpunkten nutzen. Sie werden gewöhnlich unter dem Diagramm angezeigt, deshalb lassen sie sich leicht von den Trendindikatoren unterscheiden.

3) Volumenindikatoren. Diese Indikatoren veranschaulichen das gehandelte Volumen eines Vermögenswertes. Die Beobachtung des Volumens ist nützlich, um zu sehen, wie stark die Kursbewegungen sein könnten.

4) Volatilitätsindikatoren. Diese Indikatoren zeigen, wie sehr sich der Kurs eines Vermögenswertes in einem bestimmten Zeitraum verändert hat. Ein Kurs muss volatil sein, um darauf spekulieren zu können, aber höhere Volatilität bedeutet auch größeres Risiko.

Beim Kombinieren von Indikatoren ist die Verwendung von Indikatoren verschiedener Typen gegenüber mehreren Indikatoren desselben Typs zu bevorzugen. Betrachten wir einige Beispiele nützlicher Indikatorkombinationen, die beim Handel eingesetzt werden können.

RSI + Bollinger-Bänder

Der RSI ist ein Oszillator, dessen Standardebenen von 70 und 30 auf dem Kursdiagramm angezeigt werden. Seine Linie schwankt zwischen 0 und 100, und wenn sich die Linie der 70 nähert, kann der Vermögenswert als überkauft angesehen werden, erreicht sie 30, dann ist er überverkauft.

Die Bollinger-Bänder (BB) bestehen aus drei Linien: einem exponentiellen gleitendem Durchschnitt (EMA) und den zwei Kursbereichen über und unter ihm. Der Indikator zeigt Zeiträume hoher und niedriger Volatilität des Vermögenswertes an. Je weiter die Bänder voneinander entfernt sind, desto größer ist die Volatilität und desto stärker ist die Bewegung.

Werden diese zwei Indikatoren miteinander kombiniert, erhält man ein Kaufsignal, wenn die Kerzen die untere Linie des BB kreuzen und der RSI das Überverkauft-Niveau schneidet und beginnt, zu steigen. Ein Verkaufssignal wird erhalten, wenn der Chart das obere Band kreuzt und sich der RSI bei beginnender Abwärtsbewegung im Überkauft-Bereich befindet. 

RSI und BB bestätigen ein Verkaufssignal

SMA + Stochastik

Der einfache gleitende Durchschnitt (SMA) ist eher ein Grundlagenwerkzeug, kann aber durch das Glätten der Kursschwankungen (des Kursrauschens) dabei helfen, ein reales Bild der Marktausrichtung zu erhalten.

Der Stochastik-Oszillator zeigt mögliche Überkauft- und Überverkauft-Niveaus an. Er ist ein vorauseilender Indikator und stellt Anzeichen für mögliche Kursumkehren bereit. Er arbeitet sehr gut mit einem verzögerten Indikator wie dem SMA zusammen, der anhand der vergangenen Performance eines Vermögenswertes berechnet wird.

Verwendet man diese beiden Indikatoren zusammen, können die folgenden Signale erhalten werden. Durchbricht der Markt die Linie des SMA von unten nach oben und kreuzt die blaue Linie des Stochastik die rote von unten nach oben, kann dies einen Aufwärtstrend signalisieren. Ein Abwärtstrend wird angezeigt, wenn der Markt die Linie des SMA von oben nach unten kreuzt und die blaue Linie des Stochastik die rote von oben nach unten schneidet. 

SMA und der Stochastik signalisieren einen Aufwärtstrend

ATR + Parabolischer SAR

Der ATR ist ein Volatilitätsindikator, der nicht die Richtung des Trends anzeigt, sondern die Volatilität des Marktes ermittelt. Ist der Markt unruhig, dann zeigt er potentielle Handelsmöglichkeiten auf. Gleichzeitig kann der ATR einen Händler beim Setzen des Stop-Loss-Niveaus unterstützen. Bei höherer Volatilität steigt auch das Risiko, was durch ein Stop-Loss kontrolliert werden kann.

Die Kombination des ATR mit dem parabolischen SAR – einem Trendindikator – kann dem Händler beim Aufspüren von Einstiegspunkten in einem trendbestimmten Markt helfen und die Genauigkeit der gewählten Take-Profit- und Stopp-Loss-Niveaus verbessern.

Bei dieser Kombination kann man auf die vom parabolischen SAR ausgesendeten Signale achten. Ein Kaufsignal liegt vor, wenn die gepunktete Linie unter der Kurslinie liegt. Ein Verkaufssignal wird empfangen, wenn die gepunktete Linie darüber liegt. Ein möglicher Einstiegspunkt liegt vor, wenn der Parabolic von einer Position zur anderen wechselt (beispielsweise von oberhalb der Kerzen zu darunter).

Der parabolische SAR zeigt mögliche Umkehrpunkte, während der ATR Zeiträume stärkerer und schwächerer Volatilität anzeigt

Zusammenfassung

Durch die Kombination technischer Indikatoren können leistungsfähige Analysewerkzeuge erstellt werden und das Verständnis darüber, wie dabei vorgegangen werden sollte, ist sehr wertvoll für einen Händler. Dabei muss unbedingt angemerkt werden, dass kein Indikator und auch keine Kombination von Indikatoren zu jeder Zeit zu 100 % korrekte Signale liefert. Jeder Indikator sendet von Zeit zu Zeit falsche Signale, weswegen jeder Händler Strategien zur Kontrolle des Risikos anwenden sollte.

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