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Wenn Sie sich für Anlagen in Aktien interessieren, könnte eine Ihrer ersten Entscheidungen darin bestehen, ob Sie eher ein kurzfristiger Händler oder eher ein langfristiger Investor sind. Auf dieser Grundlage müssen Sie dann die Herangehensweise für Ihre tägliche Handelsroutine auswählen.

Für viele Aktienanleger, die über einen längeren Zeitraum ein positives Ergebnis erzielen möchten, können langfristige Investments beispielsweise leichteres Risikomanagement ermöglichen, vorhersehbarer sein und weniger Aufwand im Vergleich zu anderen Anlagen mit sich bringen.

Anderen Anlegern wiederum können kurzfristige Geschäfte reizvoll erscheinen – obwohl relativ riskant, wenn es um die Generierung von Einkünften geht. Diese Art des Handelns erfordert einen leicht abweichenden Ansatz im Vergleich zu gewöhnlichen Aktienanlagen. Informieren Sie sich auf jeden Fall in unseren Beiträgen zu den Grundlagen des Aktienhandels und den Fehlern, die neu eingestiegenen Händlern unterlaufen, ehe Sie die Hochgeschwindigkeitswelt der kurzfristigen Spekulationsgeschäfte betreten.

Falls Sie bereit sind, den Sprung zu wagen, dann führen wir Sie in diesem Artikel durch die Grundlagen des kurzfristigen Handels. Hier kommen die 3 wichtigsten Schritte für den kurzfristigen Aktienhandel.

1. Die richtigen Aktien identifizieren

Viele Anleger sind recht gut darin, Aktien mit langfristigem Potential aufzuspüren, aber kurzfristig vielversprechende Aktien zu identifizieren, kann schwieriger sein.

Erfahrene Händler halten Aktien selten länger als einen Tag, somit ist das Vorhersagen kurzfristiger Veränderungen entscheidend für ihre Handelsmethoden. Sie neigen auch dazu, gut bekannte und relativ stabile Branchen zu wählen, wie die in unserer Liste der 10 umsatzstärksten Unternehmen.

Es gibt einige Regeln für das Aufspüren von Aktien mit gutem kurzfristigem Potential:

  • Der gleitende Durchschnitt einzelner Aktien für die letzten 15, 20, 30, 50, 100 bzw. 200 Tage kann auf deren Möglichkeiten hinweisen. Steigt der Aktienwert exponentiell, ist dies eventuell ein guter Kandidat für ein kurzfristiges Investment. Ähnlich kann eine Aktie, deren gleitender Durchschnitt sich nivelliert, ein Kandidat für Leerverkäufe sein. Das gilt aber nicht absolut und hängt vom jeweiligen konkreten Fall ab.
  • Wichtig ist auch das Untersuchen von Marktzyklen. Man fand heraus, dass die meisten Marktsprünge seit 1950 zwischen November und April stattfanden, während der Rest des Jahres relativ stabil verlief. Diese Art Zyklus ist dem langfristigen Anleger natürlich bekannt, kann aber auch für den kurzfristigen Handel wichtig sein.
  • Eine weitere wichtige Komponente beim kurzfristigen Handel ist eine gute Vorstellung über den Markttrend. So ist es nicht ratsam, bei kurzfristigen Investitionen gegen den Trend zu handeln und zu kaufen, wenn jedermann verkauft (und umgekehrt).

2. Technische Analyse

Es ist wichtig zu verinnerlichen, dass die Ergebnisse beim kurzfristigen Handel oft auf einer detaillierten technischen Analyse der potentiellen Aktien basieren. Das wird gern von Neueinsteigern übersehen, die fälschlicherweise glauben, das große schnelle Kurssprünge von Aktien durch deren Hervorhebung in Zeitungen oder automatisierten Chancenbetrachtungen ausgelöst werden.

In der Realität wird jeder Faktor, der eine Aktie beeinflusst, extrem schnell eingepreist, und zwar noch bevor kurzfristige Händler dessen Potential erkennen können. Die Einkünfte von kurzfristigen Händlern hängen in großem Maße vom Erkennen von Kursformationen in der Entwicklung einer Aktie ab, die andere übersehen haben.

Dieser investigative Prozess kann durch technische Analyse hervorragend codiert und formalisiert werden. Die Anwendung einer Sammlung von reproduzierbaren Richtlinien kann Ihnen dabei helfen, Formationen im Kurs einer Aktie zu erkennen, die sonst übersehen worden wären. So kann beispielsweise der Markt für Smartphones boomen, aber die Performance der einzelnen Unternehmen innerhalb dieses allgemeinen Trends sehr unterschiedlich sein. Die technische Analyse kann diese Muster aufzeigen und den Händler bei der Entscheidung für die Herangehensweise an den kurzfristigen Handel unterstützen.

Natürlich ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es keine 100-prozentigen Garantien gibt.

3. Absicherung und Risikomanagement

Die Verwaltung und Absicherung von Risiken ist einer der wichtigsten Aspekte beim Aktienhandel, aber beim kurzfristigen Handel aufgrund des verschärften Risikoprofils von noch größerer Bedeutung.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Risiken beim kurzfristigen Handel zu steuern. Zuallererst ist es wichtig, Verkaufs- oder Kaufstopps zu nutzen, die Ihre Aktien automatisch verkaufen, wenn diese unter (oder über) einen bestimmten Kurs sinken (steigen). Diese Werkzeuge helfen, eine Position gegenüber Marktumkehren abzusichern. Ein verbreiteter Ansatz beim kurzfristigen Handel besteht beispielsweise darin, einen Verkaufs- bzw. Kaufstopp innerhalb von 10 bis 15 % des Eröffnungskurses zu setzen.

Seien Sie sich als nächstes bewusst, dass sich beim hochvolumigen kurzfristigen Handel die Gebühren und Kosten schnell summieren und bei fehlender Vorsicht Ihre gesamte Position vernichten können. Deshalb sind Online-Broker für den kurzfristigen Handel so beliebt – ihre Gebühren sind niedriger. Sicherlich erheben sie eine kleine Gebühr pro Geschäft, aber Sie bezahlen im Durchschnitt nur 7 USD pro Handel im Gegensatz zu hohen Brokergebühren und -provisionen.

Schließlich sollten Händler ihr Portfolio so breit wie möglich streuen, als wenn sie die Aktien für eine längere Zeit halten wollten. Nur weil man seine Aktien schnell verkaufen möchte, darf man die Grundlagen des Anlagegeschäfts nicht einfach ignorieren. Wie man bei den Branchen gesehen hat, die gut durch die Pandemie gekommen sind, ist das Vorhalten von Notfallplänen für schnelle Marktschwankungen entscheidend für jede Anlagestrategie, einschließlich des kurzfristigen Aktienhandels.

Zusammenfassung

Kurzfristiger Aktienhandel kann ein geeigneter Ansatz für erfahrene Händler sein, muss aber mit Vorsicht ausgeführt werden. Wie bei jedem anderen Anlageinstrument beinhalten die Techniken, die ein höheres Ergebnis versprechen, auch mehr Risiken, weshalb ein tiefes Verständnis der Prinzipien des Aktienhandels unbedingt nötig ist. Vor dem Einstieg in den kurzfristigen Aktienhandel sollten Händler Praxiserfahrungen sammeln, indem sie zum Beispiel das Demokonto auf der Plattform nutzen.

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