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Ein Handelsstil reflektiert Ihre Persönlichkeit. Manche Menschen erfreuen sich an Action und tempogeladener Umgebung, andere analysieren vorher lieber lange, bis sie eine Entscheidung treffen, manche lesen lieber, andere bevorzugen Bilder. Wie auch immer – auf jeden Fall ist jeder Mensch anders.

Die im folgenden beschriebenen drei Handelsstile sind sehr allgemein, sodass sich fast jeder Händler mit einem von ihnen identifizieren kann. Ausgehend von Ihrer Persönlichkeit zu bestimmen, welcher Handelstyp Sie sind, ist einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zu einem kompletten Händler.

Scalpjäger

Skalpjäger betrachten den Markt eher in Sekunden (oder Bruchteilen einer Sekunde) und Minuten als in Stunden oder Tagen. Diese Händler analysieren kurzfristige Kursschwankungen und realisieren kleine Gewinne oder Verluste über die Dauer einer Handelssession.

Dieser Stil war die Domäne der Parketthändler, die auf den Spread bei Termingeschäften spekulierten. Sicher können Sie sich vorstellen, dass Geschwindigkeit ein großer Vorteil bei dieser Art zu handeln ist und sie fast exklusiv das Spielfeld für den Hochfrequenz- und algorithmischen Handel wurde. Auf dem Level der Kleinanleger mag das Skalpjagen im Devisenmarkt schwierig erscheinen, insbesondere am Anfang. Aber es ist möglich, ein erfolgreicher Skalpjäger zu sein, wenn Sie einen konsequenten Ansatz und eine solide Strategie verfolgen. Dieser Handelsstil ist wirklich intensiv, da die Händler permanent ihre Bildschirme für Setups beobachten müssen.

Neue Händler versuchen oft, Skalpjäger zu sein. Diese Strategie gibt Einsteigern genau das, was sie suchen – Action. Die meisten neuen Händler erkennen jedoch recht schnell, dass Skalpjäger in der Realität umfangreiche Fähigkeiten, viel Wissen und Geduld benötigen.

Swingtrading

Swinghändler (engl. für Schwung) halten gewöhnlich Geschäfte von überallher zwischen einigen Stunden und einigen Tagen. Sie denken, dass sich der Kurs über einen relativ kurzen Zeitraum in eine bestimmte Richtung bewegen wird, wobei er ihre vorher bestimmten Gewinnmitnahmen- oder Verlustbegrenzungsniveaus erreicht. Swingtrading ist eine angemessen aktive Strategie. Abhängig von der Strategie kann sie zwischen 1 und 30 (oder sogar mehr) Handelssetups pro Woche bieten. Wie aktiv ein Swingtrader sein möchte, hängt von seinen persönlichen Vorlieben ab.

Swingtrader verwenden gewöhnlich technische Analysen und suchen auf Kursdiagrammen nach Ein- und Ausstiegspunkten. Ihre Gründe für das Eröffnen und Schließen von Geschäften basieren überwiegend auf technischen Mustern. Das ist wahrscheinlich der am meisten verbreitete Handelsstil bei Devisenkleinanlegern, vor allem bei den absoluten Neueinsteigern in diesem Geschäft. Das heißt aber nicht, dass nicht auch professionelle Anleger diesen Handelsstil und die damit verbundenen Strategien bevorzugen. Die Kombination diverser Aspekte der fundamentalen Analyse mit technischen Setups kann diese Art zu handeln ebenfalls ergänzen und erweitern.

Positionshandel

Positionshändler sind das Devisen-Äquivalent zu „Investoren“. Sie konzentrieren sich auf lange Zeiträume und verwenden generell Methoden der makroökonomischen Analyse für ihre Entscheidungen. Diese Geschäfte können von einem Monat bis zu einigen Jahren dauern, ehe sie realisiert werden. Institutionelle Anleger fallen oft in diese Kategorie, sowohl wegen der Größe der von ihnen gehaltenen Positionen als auch aufgrund ihrer Erfahrung.

Große Hedgefonds investieren erhebliche Ressourcen in Wirtschaftsprognosen und -analyse und schließen darauf basierend oft langfristige Geschäfte ab. Das ermöglicht ihnen auch, größere Positionen zu handeln, diese mit der Zeit genauer auszuarbeiten und bei guten Gewinnen auszusteigen. Die größten Geschäfte aller Zeiten fallen in diese Kategorie: George Soros‘ „Sprengung“ der Bank von England, die Spekulation auf steigende US-Staatsanleihen, sogar der „Big Short“ … Sie alle können als langfristige Geschäfte bezeichnet werden, die auf makroökonomischen Faktoren basieren.

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