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Die Furcht vor einem weltweiten Handelskrieg schickte den DAX auf Talfahrt. Bereits zum Börsenauftakt sackte der Leitindex unter die Marke von 12 000 Punkten und folgte so den negativen Vorgaben der Aktienmärkte in den USA und Asien. Hinzu kamen dann so genannte charttechnische Faktoren.

DAX

Der MDAX der mittelgroßen Werte sank zur Mittagszeit um 1,15 Prozent. Der Technologiewerte-Index TecDAX büßte 1,58 Prozent ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,44 Prozent. Auslöser der aktuell kräftigen Verluste war die Ankündigung der USA, ein Maßnahmenpaket von bis zu 60 Milliarden US-Dollar gegen China verhängen zu wollen. China reagierte daraufhin mit einem Paket von zunächst rund 3 Milliarden Dollar. Zwar wurden die Länder der Europäischen Union von erhöhten Zöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen, dennoch fürchten Investoren, dass der Handelsstreit der Vereinigten Staaten mit anderen Ländern den globalen Wachstumsmotor stottern lässt oder gar abwürgen könnte. Zölle erhöhen die Kosten für Unternehmen und die Ausgaben von Verbrauchern.

Im Dax hielten sich nur die Anteilsscheine der als defensiv geltenden Aktien des Deutschen Telekom knapp im Plus. Alle anderen gaben nach. Besonders schwach zeigten sich erneut die Papiere der Deutschen Bank, die mit einem Verlust von mehr als 5 Prozent zeitweise knapp unter 11 Euro auf den tiefsten Stand seit November 2016 fielen. Die Papiere der Commerzbank gaben um 0,7 Prozent nach. Es gebe inzwischen zunehmend Sorgen, dass das erste Quartal schwach verlaufen sei, nachdem Finanzchef James von Moltke auf einer Investorenkonferenz in London gesagt hatte, dass das Kapitalmarktgeschäft unter Gegenwind leide. Im TecDax standen die Papiere des Bausoftware-Spezialisten Rib Software nach einer Kapitalerhöhung besonders im Fokus. Sie büßten als Schlusslicht fast 15 Prozent ein. Zwar wurden sämtliche der knapp 4,7 Millionen zusätzlichen Anteilscheine über Nacht platziert, doch neben der Anteilsverwässerung stellten Analysten auch die Unternehmensstrategie in Frage.

Jahreszahlen legten die beiden Wohnimmobilien-Unternehmen Deutsche Wohnen vor und hielten sich daraufhin deutlich besser als der Gesamtmarkt. Deutsche Wohnen gewannen im MDax zuletzt rund 1 Prozent und TLG hielten sich im SDAX stabil. Zudem sind so genannte defensive Werte, zu denen auch die Aktien aus der Immobilienbranche zählen, in Zeiten turbulenter Märkte stabiler als konjunktursensible Papiere wie solche aus der Auto-, Banken- oder Industriebranche.

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