3 min read 

Fast alles, womit sich Menschen befassen, unterliegt jahreszeitlichen Zyklen. Aktienmärkte bilden da keine Ausnahme. Dieses Phänomen ist nicht leicht zu erklären, und noch ist es möglich, die Saisonabhängigkeit zum eigenen Vorteil zu nutzen. Davon können nicht nur mittel- und langfristige Anleger profitieren. Auch für kurzzeitige Geschäfte lässt sich diese Information nutzen. Es ist allgemein anerkannt, dass das meiste Geld an den Aktienmärkten zwischen dem 1. November und dem 30. April verdient wird (dem sogenannten Winter), während der Zeitraum zwischen dem 1. Mai und dem 31. Oktober (der sogenannte Sommer) gemieden werden sollte. Oder ist das nur ein Mythos der Wall Street?

Bereits 2012 hatten zwei Professoren der Massey-Universität zu diesem Thema zwei Artikel verfasst: Gibt es die monatliche Saisonabhängigkeit wirklich? Eine Sicht auf drei Jahrhunderte und der Halloween-Indikator: Überall und jederzeit. Die Ergebnisse aus der Beobachtung von 108 Ländern und 319 Jahren zeigen, dass definitiv ein Unterschied zwischen Sommer und Winter vorhanden ist.

Nachstehende Tabelle listet die monatlichen Durchschnittsrenditen am Aktienmarkt auf (Quelle):

Die profitabelsten Monate sind der Januar und der Dezember, während im September und Oktober die schlechtesten Ergebnisse zu verzeichnen sind. Wie man sieht, ist der Winter im Durchschnitt gewinnträchtiger als der Sommer, was aber nicht unbedingt bedeutet, dass sich der Markt in jedem Jahr so verhält. Bei der Betrachtung von 300 Jahren Historie sind Ausreißer mehr als wahrscheinlich. Das allgemeine Muster, das sich in den Jahrhunderten gezeigt hat, kann jedoch tatsächlich viel über saisonale Schwankungen aussagen und Sie in Vorteil bringen. Am Ende ist es Ihre Entscheidung, dieses Wissen in Ihren Handel einfließen zu lassen.

Wie kann diese Information beim Handeln verwendet werden? Jemand, der auf Hausse spekuliert, kann bevorzugen, während der Monate mit einer höheren Durchschnittsrendite zu handeln: Dezember, April, Januar. Ein bärischer Investor dagegen kann das Eröffnen einer Verkaufsposition im Juli, September und Oktober erwägen.

Natürlich sind schwarze Zahlen nicht garantiert, wenn Sie den jahreszeitlichen Mustern folgen. Ihr Erfolg (oder Misserfolg) hängt vor allem von Ihrer Handelsstrategie ab. Aber auch an den Finanzmärkten ist es gut, einen Wissensvorsprung gegenüber anderen zu haben.

Zur Plattform