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Ihre Marktstrategie wird durch Ihre Herangehensweise an den Börsenhandel, Ihre Philosophie und die Schritte bestimmt, die Sie unternehmen, um Ihre Ziele zu erreichen. Was sind Sie demnach: ein Händler oder ein Investor? Vielleicht beides? Gibt es überhaupt einen Unterschied? Das Verständnis der Unterschiede zwischen Investoren und Händlern ist wichtig, da es Sie vor einer chaotischen Herangehensweise und wiederholten Fehlern bewahren kann. Es kann Ihnen auch ermöglichen, bestimmte Merkmale jedes Ansatzes auszuwählen und diese sinnvoll zu kombinieren.

Grundsätzlich verfolgen Händler und Investoren ein ähnliches Ziel: es geht darum, aus dem Agieren im Markt einen positiven Ertrag zu generieren. Aber der Ansatz ist verschieden, basierend auf dem Zeitraum, den die Transaktionen benötigen.

Investoren

Im Allgemeinen konzentrieren sich Investoren auf längere Zeitrahmen. Sie streben den Aufbau eines Portfolios an, investieren in Aktien, Anleihen, verschiedene Fonds und andere Anlageinstrumente. Zum Investieren gehören unter anderem die folgenden Punkte: 

  • Investoren kümmern sich gewöhnlich nicht um kurzfristige Trends: ihr langfristiges Herangehen an den Markt erlaubt es ihnen, jeden kurzzeitigen Abwärtstrend mit der Erwartung abzuwarten, dass der Kurs zukünftig wieder steigen wird.
  • Investoren konzentrieren sich normalerweise auf grundlegende Markteigenschaften, da diese langfristig gesehen eine größere Rolle spielen. So ist z.B. die Marktkapitalisierung nicht so wichtig wie bei Geschäften von einigen Stunden oder Tagen Dauer. Dennoch benötigen Investoren, die Aktien eines Unternehmens zum Halten für mehrere Jahre erwerben, diese Information, um eine besser begründete Entscheidung zu treffen.
  • Langfristige Investments sind gewöhnlich mit mehr Kapital und größeren Anlagebeträgen verbunden. Investieren bedeutet Kaufen, und Aktien können recht teuer sein, vor allem beim Erwerb in größeren Stückzahlen.
  • Eine große Rolle spielt die Diversifizierung, da ein Portfolio für längere Zeit gehalten wird. Ein gut ausbalanciertes Portfolio kann die Risiken besser abfedern.

Händler

Im Gegensatz zu Investoren widmen Händler sich kurzfristigen Geschäften, was eine größere Anzahl an Transaktionen beinhaltet. Händler möchten meistens einen Ertrag erzielen, der dem Ergebnis einer langfristigen Investition gleicht oder dieses sogar übertrifft, ohne mehrere Jahre warten zu müssen. Für den Handel sind folgende Punkte kennzeichnend:

  • Händler verzeichnen viel mehr Transaktionen, die aber erheblich kürzer sind als die Transaktionen beim Investieren. Sie dauern zwischen wenigen Minuten und einigen Tagen oder Monaten, aber nicht länger.
  • Händler suchen nach höheren Gewinnen, die allerdings mit größeren Risiken behaftet sind.
  • Von Händlern werden volatile Märkte stärker favorisiert, während Investoren stabilere Bedingungen bevorzugen.
  • Händler tätigen sowohl Short- als auch Long-Geschäfte (“Kauf” und “Verkauf”), was die Zahl der möglichen Einstiegspunkte erhöht.
  • Handeln ist bei allen Marktbedingungen möglich — schnelle Aufs und Abs dürften von Händlern bevorzugt werden, Investoren schauen dagegen nach möglichst optimalen Bedingungen für Ein- und Ausstiege aus Geschäften.
  • Diversifizierung ist auch beim Handeln wichtig, selbst wenn hier gewöhnlich kleinere Anlagebeträge eingesetzt werden. Ein Muss für alle Händler sind Risikomanagement und die Fähigkeit, Emotionen zu kontrollieren.

Was sollte man wählen? 

Obwohl sich beide Ansätze durchaus unterscheiden, muss man sich glücklicherweise nicht für den einen oder anderen entscheiden. Wer lieber mehr Kontrolle über seine Investments haben möchte und Mittel lieber über einen längeren Zeitraum anlegt, kann den Handel als eine Option in Betracht ziehen, neue Instrumente zu erkunden. Wer lieber handelt und die schnelle Ausführung von Transaktionen bevorzugt, kann entsprechend die Anlage in langfristige Optionen und das Management von Risiken erwägen.

Ganz gleich, wie Sie sich auf der Grundlage Ihrer persönlichen Vorlieben und der Risikotoleranz entscheiden, sollten Sie nicht vergessen, die Vor- und Nachteile jeder Option zu prüfen.

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