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Wenn Sie sich erst seit kurzem mit dem Handel beschäftigen, ist dieser Artikel genau richtig für Sie. Das Börsengeschäft kann sehr schwierig und beängstigend sein, aber gleichzeitig Ihre Kenntnisse und Erfahrungen erweitern. Es ist ein spannendes Abenteuer, die Märkte zu analysieren und herauszufinden, wie alles funktioniert. Obwohl es viele Methoden gibt, die man probieren kann, ist es eine gute Idee, mit einem soliden und beliebten Indikator zu beginnen.

Ein Indikator, den Händler aller Kategorien gewöhnlich einsetzen, ist der gleitende Durchschnitt. Er ist einer der nutzerfreundlichsten Indikatoren, der er aus lediglich einer Linie besteht. Diese Linie kann Ihnen allerdings viele wertvolle Informationen liefern, wenn sie richtig verwendet wird – denken Sie jedoch immer daran, dass es keine 100-prozentige Garantie gegen Fehler gibt.

Was ist der gleitende Durchschnitt?

Es handelt sich dabei um einen Trendindikator, der aus einer Linie besteht, die auf dem Kursdiagramm oberhalb oder unterhalb der Kerzen angeordnet ist. Die Hauptidee hinter dem Indikator besteht darin, das Kursrauschen zu glätten – die Kursschwankungen, die keine Rolle spielen – und die wichtigen Kursbewegungen widerzuspiegeln. Auf diese Weise kann ein Händler die zukünftigen Kursänderungen vorhersagen. Es gibt 4 Typen des gleitenden Durchschnitts, die wir kurz betrachten. 

  1. SMA – der einfache gleitende Durchschnitt (engl. Simple Moving Average) zeigt den durchschnittlichen Kurs für eine gegebene Zeitspanne.

  2. EMA ist der exponentielle gleitende Durchschnitt (engl. Exponential Moving Average). Er behandelt die jüngsten Kursänderungen mit größerer Priorität als die älteren, weshalb dieser Typ des gleitenden Durchschnitts gut bei kurzfristigen Handelsstrategien verwendet werden kann.

  3. Der WMA – gewichtete gleitende Durchschnitt (engl. Weighted Moving Average) – ähnelt dem EMA, da er ebenfalls die aktuellen Kursbewegungen stärker gewichtet, unterscheidet sich aber in der Berechnung. Der WMA kann einen Händler etwas schneller über eine Kursänderung benachrichtigen als der EMA.

  4. Der SSMA ist der geglättete einfache gleitende Durchschnitt (engl. Smoothed Simple Moving Average). Er berücksichtigt eine große Zahl von Kerzen und ist geschmeidiger als die anderen Typen. Er wird aber selten beim Handel verwendet, da er am wenigsten empfindlich auf Kursänderungen reagiert.

Wie wird dieser Indikator eingerichtet?

Zur Einrichtung des gleitenden Durchschnitts wählen Sie diesen einfach aus dem Menü Indikatoren. Jeder Indikator hat Einstellungen, die man als Händler auf den Standardvorgaben belassen oder ändern kann, wie die Periode des Indikators (die Anzahl der Kerzen, die für die Berechnung herangezogen werden), die Farbe oder den Typ.

Eine Handelsmethode für Neueinsteiger
Einstellungen für den gleitenden Durchschnitt auf der Plattform IQ Option

Händler können einen beliebigen Typ des Indikators wählen, am häufigsten werden allerdings SMA oder EMA verwendet.

Handeln mit dem gleitenden Durchschnitt

Um den gleitenden Durchschnitt in einer Handelsstrategie zu verwenden, ist es zunächst erforderlich zu verstehen, was dieser Indikator anzeigen kann. Ein MA spiegelt die Richtung des Trends wider, indem er dem Kerzendiagramm folgt und die Preisschwankungen für eine präzisere Vorhersage glättet. 

Durch die Verwendung des Indikators können Händler die Richtung des Trends und mögliche Einstiegspunkte für ein Geschäft bestimmen. 

Ein Händler kann beispielsweise wie folgt vorgehen, um die Richtung des Trends zu erkennen:

1. Den gleitenden Durchschnitt auf das Kursdiagramm anwenden. Dafür kann jede Variante des Indikators genutzt werden, in diesem Beispiel wird der einfache gleitende Durchschnitt (SMA) verwendet. 

2. Die Position des Indikators bezüglich des Kerzendiagramms beobachten. Zeigt der Trend nach oben, liegt der MA unter dem Kerzendiagramm. Zeigt der Trend nach unten, ist die Linie des Indikators über dem Chart. Je steiler die Linie geneigt ist, desto stärker ist der Trend.

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Der auf das Kursdiagramm angewendete SMA bewegt sich über und unter den Kerzen

Wie verwendet man diese Informationen, um ein Geschäft zu eröffnen? Man muss nach Überschneidungen suchen – den Punkten, wo der Indikator und das Diagramm zusammentreffen. Warum ist das so? Kreuzt der Chart den Indikator von oben bzw. von unten, besteht eine große Wahrscheinlichkeit für eine Trendumkehr. 

Betrachten wir das folgende Beispiel. Verwendet wird ein EMA-Indikator mit den Standardeinstellungen. Er wird auf das Kursdiagramm EUR/USD mit einer kurzen Kerzenperiode von 10 Minuten angewendet.

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Überschneidungen auf dem EUR/USD-Diagramm

Um mögliche Einstiegspunkte für Geschäfte zu finden, kann ein Händler beispielsweise folgendes tun:

1. Den gleitenden Durchschnitt auf das Diagramm anwenden und auf Überschneidungen von Indikator und Chart überprüfen.

2. Kreuzt der Indikator das Diagramm von unten nach oben, wird davon ausgegangen, dass er ein Kaufsignal aussendet. In diesem Fall kann der Händler erwägen, eine “Long”-Position zu eröffnen, z.B. mit der Erwartung, dass der Kurs weiter steigen wird. 

3. Kreuzt der Indikator das Diagramm von oben nach unten, kann das als Verkaufssignal interpretiert werden. Der Händler kann in dieser Situation eine “Short”-Position erwägen.

Wie kann diese Methode erweitert werden?

Dieser Indikator lässt sich an Ihre speziellen Bedürfnisse anpassen. Beispielsweise können Kurzzeit-Händler einen SMA mit einer Periode von 8 (höhere SMA-Geschwindigkeit) verwenden und diesen mit einem EMA mit Periode 5 kombinieren. Eine Aufwärtskreuzung des SMA mit dem EMA liefert ein Kaufsignal, während eine Abwärtskreuzung ein Verkaufssignal sendet.

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EMA (5, blau) kreuzt SMA (8, rot) aufwärts an zwei Stellen und zeigt eine Aufwärtsbewegung an

Der gleitende Durchschnitt ist ein großartiger Indikator, da er einfach anzuwenden ist und mit vielen anderen Indikatoren für bessere Informationen kombiniert werden kann. Als Trendindikator tendiert er dazu, ein wenig hinter dem Trend zu sein. Um die Genauigkeit zu verbessern, können Oszillatoren verwendet werden, wie der Stochastik oder der CCI

Die Kombination verschiedener Indikatoren ist immer ein guter Weg, da dies hilft, die von jedem Indikator empfangenen Signale zu bestätigen und auf einer breiteren Datenbasis zu entscheiden. Denken Sie jedoch immer daran, dass Indikatoren auch falsche Signale aussenden können und es keine 100-prozentige Gewähr für die Genauigkeit der Informationen gibt.

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