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Der Markt zeigte sich zum Beginn des Jahres mit diversen Volatilitäten und Unsicherheiten, am deutlichsten wohl in der Kursrallye der GameStop-Aktie.

Innerhalb eines Monats wuchs die Aktie um mehr als 2000 %, was den Marktwert von GameStop auf 13,5 Mrd. USD multiplizierte. Zum Höchststand war eine Aktie 347 USD wert.

Nach den Untersuchungen von S3 Partners verloren Leerverkäufer, die auf das Fallen der Aktie spekulierten, seit dem Jahresbeginn 2021 etwa 3,3 Mrd. USD. Alleine am 22. Januar, als die Aktie 51 % zulegte, summierten sich die Verluste auf 1,6 Mrd. USD.

Was ist GameStop?

GameStop ist ein Einzelhandelsunternehmen, das Videokonsolen sowie Spiele-DVDs und Filme verkauft. Der Aktienkurs des Unternehmens ist seit sechs Jahren bis 2020 kontinuierlich gefallen und die Gewinne sind eingebrochen, schreibt Bloomberg. In zwei Jahren sanken die Verkäufe um 40 % und betrugen 5,2 Mrd. USD für 12 Monate. Darüber hinaus wird erwartet, dass sich dieser Trend zu Rekordverlusten für 2021 und 2022 fortsetzt.

Deshalb wurde dieses Unternehmen aus der Gamingbranche ein beliebter Kandidat für Leerverkäufe und Baissespekulationen an der Wall Street und im US-Aktienmarkt.

Was passierte mit den GameStop-Aktien?

Das langsame, aber stetige Wachstum der Aktie (welche zu diesem Zeitpunkt bei etwa 12 USD notierte) begann, nachdem der Reddit-Nutzer u/ronoron, ein Mitglied der Community “Wall Street Bets”, aufgeregt eine Nachricht postete, dass der Hedgefonds Melvin Capital eine große Leerverkaufsposition auf GameStop-Aktien platziert hat.

Die Reddit-Nutzer waren wütend darüber, dass der Hedgefonds nach GameStop “giert” und das Unternehmen “Baden gehen lässt” und erinnerten sich daran, dass Melvin Capital bereits 2018 in gleicher Weise auf den Abwärtstrend von Nintendo-Aktien spekuliert hatte. Die Mitglieder der Reddit-Community diskutierten darüber, ob GameStop unterbewertet sei und beschlossen, der Wall Street eine Lektion zu erteilen. Sie entschlossen sich dazu, GameStop-Aktien zu kaufen, um den Kurs hochzutreiben und dem Hedgefonds Verluste zu bereiten.

Die Nachricht, dass Ryan Cohen, ein Mitbegründer und früherer CEO von Chewy, in den Vorstand von GameStop eintrat, beflügelte die Aktie. Cohen wurde engagiert, um die Entwicklung des Online-Stores des Unternehmens voranzutreiben. Die Leerverkäufer sahen ihre Gewinnaussichten schwinden und bezahlten angesichts dieser Entwicklungen extra Geld, um die Aktien zurückzukaufen, was gemäß dem Unternehmen das “Wachstum zusätzlich anheizte”.

Angesichts der Tumulte eröffnete der europäische Aktienmarkt am 29. Januar deutlich schwächer. Kleinanleger konnten zeitweise am Donnerstag keine Geschäfte tätigen, da die Broker, darunter auch der beliebte Online-Broker Robinhood, die Mittel deckelte und den Handel mit einigen stark nachgefragten Unternehmen, einschließlich GameStop, einschränkte. Jedoch wurden Ängste über eine erneute Volatilität durch Aussagen von Robinhood geschürt, dass einige Beschränkungen wieder aufgehoben werden.

Auswirkungen

Der Fall GameStop ist ein einzigartiges Geschehen, das die Funktionsweise des Aktienmarktes von Grund auf ändern könnte. Obwohl die Giganten der Wall Street weiterhin die Regeln am Aktienmarkt bestimmen, zeigt der Fall GameStop, dass die individuellen Anleger die Arena betreten haben und dort auch kompromisslos bleiben möchten. Die Möglichkeit besteht, dass die Einzelkämpfer sich verbünden, um andere Unternehmen zu unterstützen, was zu völlig unvorhersehbaren Ergebnissen führen kann.

Was passierte außerdem?

Zum Ausklang des Januar gab es einen steilen Anstieg des BTC, nachdem der vermögendste Unternehmer der Welt, Elon Musk, seinen Twitterstatus zu #bitcoin änderte. Durch diese Form der Werbung wuchs die Kryptowährung in nur einem Tag um etwa 20 %.

Marktüberblick: Januar 2021
Kursanstieg des Bitcoin in nur einem Tag

Manche Anleger vermuteten, dass der Sinn dieses Schachzugs darin bestand, die Aufmerksamkeit der Investoren von den Turbulenzen am Aktienmarkt abzulenken und diese an den Kryptomarkt zu ziehen, das wahre Motiv aber bleibt unklar.

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Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Entwicklungen.

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