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Kryptowährungen im Allgemeinen und Bitcoins im Besonderen sind für die einen das Geld der Zukunft und für die anderen ein Schnellballsystem. Edelmetallhändler berichten, dass Kunden Gold verkaufen, um das Geld dann in Kryptowährungen zu stecken. Die Kryptowährungen entwickelten sich immer mehr zu einem Staubsauger für das Kapital freiheitsliebender und papiergeldkritischer Investoren: Alle Kryptowährungen kommen aktuell auf über 240 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Die gesamte Goldproduktion des Jahres 2016 erreichte gerade einmal einen Wert von rund 130 Milliarden US-Dollar. Die Silberproduktion kommt noch nicht einmal auf 15 Milliarden US-Dollar.

Bitcoin-Fans dürfen sich nicht in einer falschen Sicherheit wiegen. Die Repression der Staaten kann auch sie treffen wie das Verbot Chinas der Börsengänge von Cyber-Währungen am 4. September dieses Jahres zeigt. In diesem Monat schließen auf dem chinesischen Festland die letzten Bitcoin-Börsen. Allerdings sind sie praktisch nur nach Hongkong umgezogen und der Handel geht dort unvermindert weiter. „

An irgendeinem Punkt werden Regierungen gewaltsam intervenieren und den Gebrauch von Bitcoin für illegale Zwecke einschränken und bestrafen – das wird der Zeitpunkt sein, wenn der Wert stark fallen wird“, sagte der israelische Computerexperte und Kryptologe Adi Shamir Anfang September auf der Jahrestagung der deutschen Ökonomenvereinigung VfS in Wien.

Der Mann, der am Weizmann-Institut in Rechovot forscht, gilt als einer der weltweit führenden Kryptologen.

Das Argument vieler Befürworter, Bitcoins bieten Anonymität, ist mit Vorsicht zu genießen. In Japan, das Kryptowährungen staatlich genehmigt hat, müssen die Bitcoin-Handelsplattformen neben einer sicheren digitalen Infrastruktur auch die Identität jedes Kunden nachweisen. Bitcoin.com berichtete erst kürzlich, dass die US-Steuerbehörde ein Analysewerkzeug erworben habe, mit dem sich Transaktionen in den Kryptowährungen aufspüren lassen. Selbst Edward Snowden warnte, dass Bitcoins „nicht sicher“ seien. Man kann zwar anonym ein Wallet einrichten und Transaktionen ohne Angabe des Namens empfangen. Wer jedoch Bitcoins über eine Börse kauft und mit Papiergeld bezahlt, ist der Börse bekannt. Staatliche Behörden können die Herausgabe der Identität erzwingen.

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