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Nach einem eher schwachen Wochenstart haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder stärker zugegriffen. Angetrieben von positiven Impulsen aus den USA und China übersprang der Dax am Dienstag erstmals wieder seit sieben Wochen die Marke von 12 600 Punkten. Zudem stützte der schwächelnde Euro, der vom Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen belastet wurde.

Der deutsche Leitindex konnte sich zwar nicht über 12 600 Zählern halten, schloss aber mit einem Aufschlag von 1,57 Prozent auf 12 585,57 Punkte dennoch sehr fest. “Nachdem wir gestern noch an der Marke von 12 525 Punkten abgeprallt sind, haben nun gute Wirtschaftsdaten aus China und den USA für den nötigen Schub gesorgt, um den Widerstand nach oben hin zu durchbrechen”, sagte Uwe Eilers, Geschäftsführer der Frankfurter Vermögen GmbH. Er verwies außerdem auf die in den USA angelaufene Berichtssaison, die insbesondere im Technologie-Sektor wieder für Kauflaune sorgt und “über den Atlantik nach Deutschland geschwappt” sei.

Die Schreckmomente aus der vergangenen Woche schienen hingegen wieder in weiter Ferne. In den USA legte der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) zum Handelsschluss in Europa um rund 1 Prozent zu.

DAX Indikatoren

Im Dax waren die im Zuge der Fusion mit Praxair zum Umtausch eingereichten Aktien von Linde der Favorit. Sie gewannen 3,2 Prozent.  Dass Investor Temasek über eine Kapitalerhöhung seinen Anteil an Bayer aufstockt, kam ebenfalls gut an – die Aktie gewann 2,8 Prozent. Der aus Singapur stammende Staatsfonds wird 31 Millionen neue Papiere zu einem Bruttoemissionspreis von insgesamt 3 Milliarden Euro kaufen. Temaseks Beteiligung an dem Pharma- und Agrarchemiekonzern würde damit auf 4 Prozent steigen.

Die Anteile der Deutsche Bank legten hingegen – wie die gesamte europäische Bankenbranche – um unterdurchschnittliche 0,5 Prozent zu. In den USA hatte Branchenkollege Goldman Sachs zwar einen deutlichen Gewinnanstieg im ersten Quartal gemeldet, doch eine Diskussion um regulatorische Belange während der Telefonkonferenz stimmte Analysten und Anleger vorsichtig.

Die Aktionäre von Drägerwerk und der Deutsche Beteiligungs hatten allerdings keinen Grund zur Freude. So sackten die Papiere des Medizin- und Sicherheitstechnikkonzerns im TecDax um fast 12 Prozent auf das tiefste Niveau seit Ende 2016 ab. Grund: Dräger ist nach einem durchwachsenen Jahresstart skeptischer geworden, wenn es um die Profitabilität geht. Die Papiere der Deutschen Beteiligungs AG erholten sich im SDAX immerhin bis Handelsschluss mit plus 0,3 Prozent von ihren zeitweise deutlichen Kursverlusten.

Das Beteiligungsunternehmen hatte mitgeteilt, dass das Konzernergebnis im laufenden Geschäftsjahr wohl zwischen 10 und 20 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre liegen werde. Zuvor war mit einem Anstieg um mehr als 20 Prozent gerechnet worden. Der Euro erreichte mit 1,2413 US-Dollar zwischenzeitlich den höchsten Stand seit drei Wochen. Nach den enttäuschenden ZEW-Konjunkturerwartungen fiel er jedoch und wurde am Abend mit 1,2348 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2357 (Montag: 1,2370) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8093 (0,8084) Euro.

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