Bei den Ermittlungen rund um die Betrugssoftware in Fahrzeugen der VW-Tochter Audi ist der Chef der Ingolstädter Rupert Stadler in Untersuchungshaft genommen worden. Es bestehe Verdunkelungsgefahr, teilte die Staatsanwaltschaft München mit. Die Konzernmutter hatte zuvor die Festnahme bestätigt.

Erst vor einer Woche hatten die Ermittler die Wohnung von Stadler und eines weiteren Vorstandsmitglieds der Volkswagen-Tochter durchsucht und Beweismaterial gesichert. Ihnen werden jeweils Betrug sowie „mittelbare Falschbeurkundung“ zur Last gelegt. Hierbei gehe es um das auf den Markt bringen von mit manipulativer Abgassteuerungssoftware ausgestatteter Diesel-Kraftfahrzeuge in Europa, hatte die zuständige Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Stadler selbst bestreitet jede Beteiligung an Manipulationen.
Insgesamt wird inzwischen gegen 20 Beschuldigte ermittelt. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Audi, in den USA und Europa ab 2009 mindestens 210.000 Dieselautos mit Schummel Software verkauft zu haben. Sie ermittelt wegen Betrugs und strafbarer Werbung. Stadler, der Audi seit 2007 lenkt, steht seit Bekanntwerden des Abgasskandals vor mehr als zweieinhalb Jahren massiv unter Druck.
Am Nachmittag kommt der Aufsichtsrat des weltgrößten Autobauers Volkswagen zusammen. Am Markt weitet die Aktie der Wolfsburger ihre Verluste aus. Ein weiterer Schlag für die deutsche Autoindustrie?