Den richtigen Indikator für den Handel auszuwählen gehört zu den Dingen, die sich einfach anhören – bis man es tatsächlich ausprobiert. Es gibt zu viele davon, und Sie benötigen nur einige wenige.
Wir betrachten das genauer und helfen Ihnen, etwas über Handelsindikatoren zu lernen, ohne die Dinge zu sehr zu verkomplizieren.
Hauptarten von Indikatoren für den Handel
Alle Handelsindikatoren können in vier Hauptkategorien unterteilt werden:
1. Trendindikatoren – Um dem Markt zu folgen
Trendindikatoren helfen Ihnen herauszufinden, ob sich ein Vermögenswert in einem Aufwärtstrend (Zeit zu Kaufen), einem Abwärtstrend (vielleicht short gehen?) oder einfach nur in einer Seitwärtsbewegung (nichts tun) befindet.
Typische Beispiele:
- Gleitende Durchschnitte (MA) – Die Mutter aller Trendindikatoren. Ein gleitender Durchschnitt glättet die Kursbewegungen, so dass Sie das Gesamtbild besser sehen können. Beliebt sind: SMA (Einfacher gleitender Durchschnitt), EMA (Exponentieller gleitender Durchschnitt) oder Doppelter MA.
- MACD (Konvergenz/Divergenz gleitender Durchschnitte) – Eine clevere Methode, zwei gleitende Durchschnitte zu vergleichen, um festzustellen, ob ein Trend an Schwung gewinnt oder verliert.
Anwendung: Wenn es bei Ihrer Handelsstrategie darum geht, dem Trend zu folgen, und Sie nicht versehentlich beim Höchststand kaufen und zum Tiefststand verkaufen wollen.
2. Momentum-Indikatoren – Um herauszufinden, ob sich ein Trend erschöpft oder gerade erst beginnt
Momentum-Indikatoren geben Aufschluss darüber, ob sich der Kurs eines Vermögenswerts schnell und stark bewegt oder ob er an Fahrt verliert. Dabei geht es nicht um die Richtung, nur um die Geschwindigkeit.
Typische Beispiele:
- RSI (Relative-Stärke-Index) – Ermittelt, ob ein Vermögenswert überkauft (über 70, vielleicht Zeit zum Verkaufen) oder überverkauft (unter 30, könnte eine Kaufgelegenheit sein) ist.
- Stochastik-Oszillator – Ein weiteres Momentum-Tool, das Ihnen sagt, ob ein Vermögenswert überkauft oder überverkauft ist. Funktioniert am besten in unruhigen, seitwärts tendierenden Märkten.
Anwendung: Wenn Ihr Ziel darin besteht, Trendumkehren zu erkennen, bevor alle anderen merken, was los ist.
3. Volatilitätsindikatoren – Um zu sehen, wenn die Märkte launisch werden
Volatilitätsindikatoren helfen Ihnen, die Stärke der Kursschwankungen abzuschätzen – ein entscheidender Faktor, um zu wissen, wann Sie in einen Handel ein- oder aussteigen sollten.
Typische Beispiele:
- Bollinger-Bänder – Diese Bänder werden breiter, wenn die Volatilität hoch ist, und schrumpfen, wenn die Lage ruhig ist. Berührt ein Kurs das obere Band, könnte er überkauft sein, wenn er das untere Band berührt, ist er möglicherweise überverkauft.
- ATR (Average True Range) – Anstatt die Richtung vorherzusagen, sagt der ATR (übersetzt die durchschnittliche echte Handelsspanne) aus, wie stark sich ein Vermögenswert in einem bestimmten Zeitraum typischerweise bewegt. Sehr gut für das Setzen von Stop-Loss-Niveaus geeignet.
Anwendung: Wenn Sie den Handel während wilder Marktschwankungen vermeiden wollen oder Hilfe bei der Festlegung von Stop-Loss-Aufträgen benötigen, die nicht zu früh ausgelöst werden.
4. Volumenindikatoren – Weil Volumen = Stärke
Volumenindikatoren bestätigen Trends – denn eine Kursbewegung, die durch ein starkes Handelsvolumen unterstützt wird, ist vertrauenswürdiger als eine, die nur vor sich hin dümpelt.
Typische Beispiele:
- Volumenoszillator – Misst die Differenz des Volumens zwischen zwei gleitenden Durchschnitten. Ein ansteigender Oszillator signalisiert zunehmendes Interesse und hilft Ihnen, sich verstärkende Trends oder potenzielle Umkehren zu erkennen.
- Weis Wave Volume – Gruppiert das Volumen nach Kurswellen und gibt so einen klareren Überblick über den Kauf- und Verkaufsdruck im Zeitverlauf. Hervorragend geeignet für die Identifizierung von Akkumulations- oder Verteilungsphasen.
Anwendung: Wenn Sie sichergehen wollen, dass Sie nicht einem schwachen Trend folgen, der kurz vor dem Zusammenbruch steht.
✍️ Bonus-Tipp: Verwenden Sie das Volumen-Widget, verfügbar unter Indikatoren → Widgets auf der Plattform IQ Option. Es zeigt das Handelsvolumen in Echtzeit direkt auf Ihrem Chart an und hilft Ihnen, die Trendstärke auf einen Blick zu erkennen.
Wie wählt man den richtigen Indikator für den Handel aus?
- Halten Sie es einfach – Je mehr Indikatoren Sie hinzufügen, desto unübersichtlicher wird Ihr Kursdiagramm. Wählen Sie einen oder zwei pro Kategorie – nicht alle auf einmal.
- Passen Sie Ihren Indikator an Ihre Strategie an – Wenn Sie mit dem Trend handeln, dann sind Trendindikatoren Ihre besten Freunde. Handeln Sie anhand von Trendumkehren, dann sind Momentum-Indikatoren für Sie besser geeignet.
- Wählen Sie Indikatoren, die zu Ihren Assetklassen passen – Was bei Aktien funktioniert, kann bei Optionen weniger effizient sein. Informieren Sie sich zum Beispiel in diesem Beitrag über die 5 besten Indikatoren für den Optionshandel.
- Verwenden Sie Indikatoren, die sich ergänzen – Ein Trendindikator + ein Momentum-Indikator = großartige Kombination. Zwei Indikatoren, die dasselbe tun = Informationsüberfluss. Wenn Sie mehr über die Kombination von Handelsindikatoren erfahren möchten, lesen Sie diesen Artikel.
- Testen Sie, bevor Sie mit Echtgeld handeln – Nur weil ein Indikator gut aussieht, heißt das nicht, dass er für Sie funktioniert. Sichern Sie Ihr Setup mit Demo-Geschäften ab, bevor Sie live gehen.
Abschließende Bemerkungen
Es gibt nicht den einen Top-Indikator für den Handel – der beste ist derjenige, der zu Ihrer Strategie, Ihrer Risikotoleranz und Ihrem Handelsstil passt. Wenn Sie den Handel mit Indikatoren so erlernen möchten, dass es Ihnen tatsächlich weiterhilft, sollten Sie klein anfangen, experimentieren und Backtests im Demokonto durchführen.
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