8 min read 

Der Breakout-Handel ist sehr beliebt, aber schwieriger, als man denkt. Diese Methode sucht nach Kursbereichen, in denen sich ein Vermögenswert bewegen sollte, und wartet auf einen Ausbruch aus diesen Grenzen, daher auch der Name der Herangehensweise (engl. Breakout für Ausbruch).

Ausbrüche können die Richtung angeben, in die sich der Kurs demnächst bewegen könnte, aber zum Lesen der Signale werden analytische Fähigkeiten, Übung und ein gutes Verständnis der Marktmechanismen benötigt. Händler nutzen häufig die technische Analyse oder Chartformationen zum Aufspüren möglicher Ausbrüche. Betrachten wir diese Handelsmethode nun genauer.

Wie funktioniert der Breakout-Handel?

Beim Breakout-Handel suchen Händler generell nach Unterstützungs- und Widerstandsniveaus auf dem Chart. Dies sind wichtige Parameter, von denen der Kurs abprallen oder die er durchbrechen könnte. 

Diese Niveaus sind deshalb so wichtig, da sie als Startpunkt dienen: durchbricht der Kurs eventuell das Unterstützungs- oder Widerstandsniveau, kann das als Signal einer weiteren Bewegung des Kurses in dieselbe Richtung interpretiert werden, was mögliche Gelegenheiten bietet.

Ein Breakout kann eine Kauf- oder Verkaufsmöglichkeit anzeigen, in Abhängigkeit von der Richtung des Ausbruchs. Im folgenden Beispiel durchbricht der Devisenkurs von EUR/USD das Widerstandsniveau nach unten und endet in einer einwöchigen Konsolidierung mit einem bärischen Trend. 

Die Breakout-Handelsmethode: Wie funktioniert sie?
Breakout bei EUR/USD-Devisen 

Durchbricht der Kurs das Unterstützungsniveau nach unten und setzt seine Bewegung in diese Richtung fort, kann das als “Verkaufs”-Signal betrachtet werden. Durchbricht der Kurs hingegen das Widerstandsniveau nach oben und setzt die Aufwärtsbewegung fort, kann dies ein “Kauf”-Signal sein. Es ist aber wichtig, nicht zu vergessen, dass es keine 100-prozentige Garantie für die Korrektheit der Schlussfolgerungen gibt.

Viele Händler, die diesen Ansatz praktizieren, steigen gewöhnlich nicht unmittelbar nach dem Ausbruch in den Markt ein, sondern warten, ob eine Korrektur in Form eines Retracements auftritt. Das kann vor einem falschen Signal schützen — einem sogenannten “Fakeout”, bei dem der Kurs nach dem Ausbruch zu seinem vorherigen Niveau zurückkehrt oder sogar eine Bewegung in die entgegengesetzte Richtung beginnt.

3 Möglichkeiten, einen Ausbruch zu bestätigen

Nutzung von Chartformationen

Chartformationen werden häufig dafür verwendet, einen möglichen Ausbruch zu erkennen. Formen wie Dreieck, Rechtecke, Flaggen, Kopf und Schulter oder die Keilformation können sich bei bestimmten Bewegungen des Kurses bilden. Der Händler setzt die Unterstützungs- und Widerstandsniveaus und wenn der Kurs aus der Kerzenformation ausbricht, kann der Ausbruch bestätigt werden.

Nutzung von technischen Indikatoren 

Technische Indikatoren können verwendet werden, um einen Ausbruch bei einem Wertpapier zu bestätigen. Beliebte Werkzeuge sind der MACD, die Bollinger-Bänder und der RSI. Da es vor einem Ausbruch häufig einen Zeitraum mit geringem Handelsvolumen gibt, können Volumenindikatoren ebenfalls nützlich sein. Nach dem Ausbruch folgt häufig ein Wachstum des Volumens, da der Markt in eine neue aktive Phase eintritt. Die Anwendung mehrerer, zueinander passender Indikatoren kann dabei helfen, ein genaueres Signal zu erhalten, jedoch kann kein Indikator immer zu 100 % richtige Signale liefern.

Nutzung von Fundamentaldaten 

Die Gewinnmitteilung eines Unternehmens ist ein Beispiel für den Einsatz fundamentaler Daten zur Bestimmung von Breakouts. Übertrifft das Unternehmen die Erwartungen (oder bleibt weit darunter), kann der Kurs in Abhängigkeit von der Nachricht steigen oder fallen. Der schwierigste Teil dieses Ansatzes ist es, den richtigen Moment zu erkennen, deshalb gehört ein gutes Risikomanagement in jedem Fall zum Plan.

Breakout-Handel und Mittelmanagement

Beim Breakout-Ansatz sind einige wichtige Regeln des Risikomanagements zu berücksichtigen. Händler, die sich diesem Handelsstil zuwenden wollen, sollten folgendes beachten:

  • Geeignete Stop-Loss- und Take-Profit-Niveaus. Klären Sie für das Setzen dieser Niveaus, welches Ziel Sie mit Ihrem Geschäft verfolgen. Die Stop-Loss- und Take-Profit-Grenzen müssen gemäß dem Handelsplan gesetzt werden, um zu große Risiken zu vermeiden und rechtzeitig aus dem Geschäft auszusteigen.
  • Mehrere Vermögenswerte beobachten. Einen Markt zu finden, auf dem möglicherweise ein Breakout bevorsteht, ist nicht immer einfach, deshalb kann es Zeit sparen und die gebotenen Möglichkeiten erweitern, wenn man mehrere Charts gleichzeitig im Auge behält.
  • Geduld und gute Handelspsychologie. Das Handeln mit Breakouts kann herausfordernd sein, deshalb dürfen die Emotionen nicht die Oberhand gewinnen. Es kann besser sein, einen Einstieg zu verpassen, als einen teuren Fehler zu begehen, behalten Sie deshalb Ihre Emotionen jederzeit unter Kontrolle.

Fazit 

Breakout-Handel kann ein Ansatz sein, den ein Händler unter Verwendung von Chartformationen, technischen Indikatoren und Wirtschaftsnachrichten umsetzen kann. Diese Methode kann Anzeichen für den Einstieg in den Markt aufzeigen, aber erfordert wie jeder Handelsansatz Übung und die Berücksichtigung der Risiken. Sie können versuchen, Unterstützungs- und Widerstandsniveaus im Testkonto zu bestimmen, um Ihr Verständnis für den Breakout-Ansatz zu verbessern, aber vergessen Sie nicht die oben gegebenen Hinweise für das Risikomanagement!

Jetzt handeln